Traumhaftes Spiel!

Schiedsrichter: Julius Faber - SV 1961 West LandauLinienrichter: Adrian Michels - TuS 1908 Schaidt, Dennis Jacobi - SV 1950 Büchelberg
Zuschauer: 200
Beste Saisonleistung
Spielbericht vom 18. April 2026
Der Spielbericht wird präsentiert von:
Bericht in der Rhein-Zeitung von Matthias Schlenger
Spitzenreiter verliert 1:5
VfR Baumholder geht nicht ans Limit – Meisenheim schon
Die Superserie des VfR Baumholder ist gekappt. Nach 14 Spielen ohne Niederlage setzte es bei der SG Meisenheim/Desloch/Lauschied eine 1:5-Pleite.
Wenn es eines Beispiels bedurft hätte, wie schnell sich Prognosen in Wohlgefallen auflösen können, dann hat Fußball-Landesligist SG Meisenheim/Desloch/Lauschied mit dem 5:1 (2:1)-Heimerfolg über Spitzenreiter VfR Baumholder einen solchen erbracht. Denn nun ist wieder mehr Würze im Kampf um Platz eins drin, als man es beim VfR Baumholder nach dem 5:0-Triumph über den SC Hauenstein vor Wochenfrist erwartet hätte.
Das Bonusspiel, von dem Kapitän Niklas Alles sprach, in Form eines Patzers, den man sich leisten könne, ist schneller aufgebraucht als vermutet. „Ich verliere lieber so klar als ganz eng“, nahm VfR-Trainer Christian Schübelin die Pleite recht gelassen hin. Auf Meisenheimer Seite sollte der Sieg am Abend noch gebührend gefeiert, wie Matchwinner Nico Praß durchblicken ließ. Verständlich, schließlich kappte die SG die Superserie der Baumholderer, die zuvor 14 Spiel in Folge ohne Niederlage überstanden hatten.
Praß ist derweil einer von vielen Akteuren, die sich in die lange Reihe von Spielern mit der Rückennummer 10 einreihen, die ein Spiel maßgeblich entscheiden. Allerdings sind die Zeiten, in denen der Spielmacher vom Schlage eines Diego Maradona diese Nummer für sich beanspruchen durfte, lange vorbei. So bearbeitete Praß die rechte offensive Außenbahn – trotz (oder gerade wegen) seines starken linken Fußes, wie man es von Arjen Robben kennt, der bei Bayern München ebenfalls die 10 trug. Baumholders Nummer zehn, Marius Gedratis, agierte derweil als Innenverteidiger – ebenso wie gegen Hauenstein. Baumholder hatte zwar nicht personell, aber taktisch umgestellt, agierte zunächst mit Dreierkette, dazu zwei Schienenspieler, Doppel-Sechs und Niklas Alles sowie Danny Lutz hinter der Sturmspitze Lucas.
Doch die Anfangsphase ging klar an die Meisenheimer, die sich Chance um Chance und zahlreiche Ecken herausspielten, die zunächst jedoch nichts erbrachten. „Die sind scharf getreten“, warnte VfR-Keeper Philipp Schreier seine Mitspieler. Eine Warnung, die in der 21. Minute unerhört blieb: Praß‘ Hereingabe landete auf dem Schädel von Lucas, der seinen eigenen Schlussmann überwand. „Das erste Eigentor in seiner Karriere, hat er mir hinterher verraten“, merkte sein Coach später an.
„Da war für uns klar, dass etwas geht“, freute sich Vorlagengeber Praß. Und als das 2:0 gefallen war nach Diagonalpass von Leon Bock auf Alexander Tiedtke, der in Vertretung des verletzten Marc Giselbrecht als Mittelstürmer ranmusste und vollstreckte (28.), war das angesichts des bis dahin eindeutigen Spielverlaufs kein Zufall.
Zwar stellte Baumholder taktisch um, sodass sich Danny Lutz wieder mehr auf der rechten Seite aufhielt und beim 2:1 nach Freistoßflanke von Gedratis zur Stelle war (32.). Doch das spätere Gesamtfazit von Gedratis, der bis 2020 für die Meisenheimer kickte und nach dem Spiel noch den ein oder anderen Plausch abhielt, sollte Bestand haben: „Die Meisenheimer sind ans Limit gegangen, wir nicht.“
Jens Bohr, Coach der Gastgeber, musste in seiner Pausenansprache nicht tief in die Trickkiste greifen: „Spannung halten“, so seine Ansage an die Mannschaft – was auch bestens klappte: Kurzzeitig schien zwar Baumholder am Drücker, doch das 3:1 stellte die Weichen. Erneut brachte Praß eine Ecke hinein, Maurizio Lörsch köpfte zum 3:1 ein (53.). Unabhängig von diesen Standards aber bezeichnete Schübelin die Meisenheimer als „giftiger und lauffreudiger“, was noch zu zwei weiteren Treffern führte. Und das, obwohl laut Gedratis im Falle des 2:3-Anschlusses eine Wende noch im Bereich des Möglichen gewesen wäre.
Jedoch zeigten die Gastgeber starken Körpereinsatz, sowohl Keeper Johannes Körner, der per Kung-Fu-Einlage gegen Danny Lutz klärte (77.) als auch Moritz Wurdel, der mit einer Grätsche vor Lucas an den Ball kam (79.). Wie es geht, demonstrierte Meisenheim in Person von Praß, der nach Querpass vom Maurer auf 4:1 erhöhte (80.), ehe ein weiterer Konter von Wurdel mit dem 5:1 abgeschlossen wurde (90.+2). Womit das Meisenheimer Unternehmen, sich für die weniger geglückten Vorstellungen der vergangenen Wochen zu rehabilitieren, als „gelungen“, so Bohr, bezeichnet werden durfte. „Das klappte vor allem“, ergänzte Praß, „weil wir ein eingeschworener Haufen sind, alle füreinander alles gegeben und mit Herzblut verteidigt haben.“
Dass die Meisenheimer sich nochmal in den Kampf um die Plätze eins und zwei einschalten, darf nicht ausgeschlossen werden. Der VfR Baumholder hat trotz der Niederlage weiterhin alles in eigener Hand. Sofern man denn beim nächsten Mal wieder ans Limit geht.
SG Meisenheim/Desloch/Lauschied - VfR Baumholder 5:1 (2:1)
SG Meisenheim/Desloch/Lauschied: Körner – Fach, P. Mohr, Mau. Lörsch, H. Hautz (46. Wurdel) – Bock, Höft – Praß, Maurer (82. Hill), Rodriguez (72. Schneider) – Tiedtke
VfR Baumholder: Schreier – Gedratis, D. Schübelin (59. Allnoch), Brenner – Moorhead (86. Halim), Antar (46. Angel), Fuchs, Tajik (83. E. Lutz) – Alles, D. Lutz – Lucas (83. Allkofer)
Schiedsrichter: Julius Faber (Landau)
Zuschauer: 200
Tore: 1:0 Lucas (21., Eigentor), 2:0 Alexander Tiedtke (28.), 2:1 Danny Lutz (32.), 3:1 Maurizio Lörsch (53.), 4:1 Nico Praß (80.), 5:1 Moritz Wurdel (90.+2)
Nächste Aufgabe für Meisenheim: am 30. April bei der TSC Zweibrücken
Bilderserie von MO-Fotos.de
Lieben Dank an Michael Ottenbreit
Weitere Spiele unserer Aktiven-Teams vom Wochenende
Sonntag, 19.04.2026 - 15:00 Uhr
TuS Waldböckelheim - SG M/D/L II
in Waldböckelheim
2:2-Remis
SC Odernheim/SG Disibodenberg - SG M/D/L III
in Staudernheim
1:4-Auswärtsniederlage




































