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Aufstieg leider verpasst!

Artikel vom 7. Juni 2026

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    Verbandsliga-Relegation: SG Meisenheim verpasst Aufstieg

    Coskun-Hattrick begräbt Hoffnungen der Spielgemeinschaft

    1100 Zuschauer sehen Aufstieg des SV Büchelberg

    Die Vereinigten aus Meisenheim, Desloch, Jeckenbach und Lauschied müssen weiter auf die Rückkehr in die Verbandsliga Südwest warten. Nach der 1:2-Niederlage im ersten Aufstiegsspiel am zurückliegenden Dienstag beim SV Büchelberg musste sich die SG auch im Rückspiel am Samstagnachmittag auf dem heimischen Rasenplatz in Desloch mit 1:3 (0:0) geschlagen geben. Mann des Tages war der Büchelberger Hasan Coskun, der mit seinem Hattrick (67., 74., 81.) fünf Minuten nach seiner Einwechslung (62.) direkt zündete und die SG-Führung sowie deren Ambitionen im Keim erstickte.

    Ausgeglichene erste Halbzeit

    „In der ersten Hälfte hatten wir zwei Chancen, Büchelberg eine, die unser Keeper im Eins-gegen-eins gemeistert hat”, sagte SG-Trainer Jens Bohr, der eine Partie auf Augenhöhe sah. Der Meisenheimer Matchplan, die Südpfälzer von Beginn an unter Druck zu setzen, um ein frühes Tor zu erzielen, ging nicht auf. „Büchelberg hat abwartend begonnen und eine körperliche Robustheit an den Tag gelegt, der meine Spieler nur ab und an was entgegenzusetzen hatten”, Bohr weiter, der den „guten Job” des Gespanns um Schiedsrichter André Moritz und seine Assistenten Jo Yannick Blattner sowie Michael Zepp hervorhob. Die Partie vor beeindruckender Kulisse hatte das unparteiische Trio zu jeder Zeit unter Kontrolle und vergab lediglich drei gelbe Karten – zwei für die SG, eine für den SV.
     

    Führung hemmt die Meisenheimer

    Nach ereignisarmer und torloser erster Hälfte nahm die Partie prompt Fahrt auf: Einen Angriff über die rechte Seite blockten die Gäste zweimal, aber im dritten Versuch sorgte SG-Torjäger Marc Giselbrecht für die Meisenheimer Führung (49.), die nicht die erhoffte Wirkung erzielte. „Dieses Tor hat uns ein wenig gehemmt und die Gäste sind mutiger geworden”, empfand der 54-jährige SG-Coach. Der Mut läutete die Coskun-Festspiele ein.

    Eingewechselter Hasan Coskun mit lupenreinem Hattrick

    Innerhalb einer Viertelstunde entschied Coskun das Duell um den Aufstieg in die Verbandsliga. Durch einen direkt verwandelten Freistoß, den er um die Mauer ins kurze Eck zirkelte, besorgte er den Ausgleich (67.). Als die Büchelberger über ihre rechte Seite zwei Mal konterten, stand der Matchwinner in der 74. und 81. Minute goldrichtig. „Uns haben nach und nach die Kräfte verlassen”, begründete Bohr den Leistungsabfall im zweiten Abschnitt. Dennoch zog der Meisenheimer Trainer die positiven Momente aus der Begegnung und der Spielzeit: „Die Atmosphäre vor 1100 Zuschauern war überragend. Nach dem Abpfiff haben sich beide Mannschaften von ihrem Anhang feiern lassen. Die Gäste für ihren Aufstieg und wir für eine überragende Saison. Die Bilanz ist durchgehend positiv. Wir haben uns als Team, aber auch individuell weiterentwickelt.” Das Altstadtfest in Meisenheim bot trotz des verpassten Aufstiegs Gelegenheit, die gelungene Runde gebührend zu feiern.

     

    SG Meisenheim/Desloch/Jeckenbach/Lauschied - SV Büchelberg 1:3 (0:0)

    Tore: 1:0 Marc Giselbrecht (49., Assist von Mika-Noel Maurer), 1:1, 1:2, 1:3 Hasan Coskun (67., direkter Freistoß; 74., Vorlage von Lars Oeßwein; 82.)

     

    Spielbericht auf FuPA.de

     

    Fotos vom Spiel auf MO-Fotos.de

    Lieben Dank an Michael Ottenbreit für die tollen Fotos!

     

      

    Spielbericht von Olaf Paare in der Rheinzeitung

    1200 Zuschauer in Desloch

    Wenn die eigene Führung zum Knackpunkt wird

    1200 Zuschauer machen das Aufstiegsspiel in Desloch zu einem Fußballfest. Allerdings feierten am Ende die Gäste lauter als die gastgebende SG Meisenheim, die ausgerechnet nach der erlösenden Führung in ein Loch fiel.

    Der Traum von der Verbandsliga ist geplatzt. Doch die SG Meisenheim/Desloch/Lauschied kann erhobenen Hauptes aus der Fußball-Saison und auch aus den Aufstiegsspielen gehen. Dank eines 3:1 (0:0)-Erfolgs in Desloch steigt Kontrahent SV Büchelberg nach zweimaligem Scheitern im dritten Versuch auf.

    „Im Moment ist die Enttäuschung noch riesengroß, aber ich denke, in den nächsten Tagen wird sie der Zufriedenheit weichen. Und dann werden wir das Ganze so sehen wie unser Trainer, der gesagt hat, dass wir stolz auf unsere Saisonleistung sein können“, fasste Benny Hill die Gemütslage der Meisenheimer Spieler perfekt zusammen. Für ein lachendes Auge in der Bilanz wird auch sorgen, dass es den SGM-Spielern gelungen ist, viele, viele Menschen zu emotionalisieren und zum Besuch in Desloch zu animieren. 1200 Zuschauer sorgten für eine stimmungsvolle Kulisse. „Durch die vielen Leute hindurch auf den Platz zu gehen, war ein absoluter Gänsehaut-Moment. Es war geil, diese beiden Aufstiegsspiele zu erleben“, bestätigte Hill. Torwart Johannes Körner ergänzte: „Es war einfach nur großartig, was die Zuschauer und die Fans abgerissen haben.“

    Das 1:0 löst auf Deslochs Höhen ein Beben aus

    Körner hatte während des Spiels mehrfach Ovationen von den Fans, allen voran von den Dachsen Desloch, dem Fanklub der SGM, erhalten. „Körner ist on fire“, sang der gesamte Block. Der Schlussmann warf sich mehrfach in die Schüsse und vor allem den Büchelberger Stürmern entgegen. Mit seiner starken Vorstellung war er ein Faktor, warum es zur Pause 0:0 stand.

    Die Meisenheimer hatten zwar von Beginn an das Kommando übernommen, den Ballbesitz an sich gezogen und versuchten, das Gäste-Bollwerk zu knacken. Die Vielzahl an Chancen blieb aber aus. Nico Praß nach einer Hereingabe von Laurenz Fach am langen Pfosten und Marc Giselbrecht aus kurzer Distanz vergaben die größten Möglichkeiten. Die Büchelberger lauerten auf SGM-Fehler und kamen so zu Umschaltmomenten sowie den Prüfungen für Körner. Der Torwart erkannte: „Der letzte Ball vorne hat gefehlt, um die entscheidende Situation zu kreieren.“

    Ganze vier Minuten waren in Hälfte zwei gespielt, als auf Deslochs Höhen ein Beben zu spüren war. Fach war auf seiner rechten Seite durchgebrochen. Zwei Abschlüsse nach seiner Hereingabe wurden geblockt, den dritten stocherte Giselbrecht aus kurzer Distanz ins lange Eck. Der Jubel war riesig, vor dem Dachse-Block wurde mächtig gefeiert. Doch ausgerechnet die große Erlösung durch das Tor, das die Tür zum dritten Spiel in Worms öffnete, sollte für einen Knackpunkt sorgen.

    Die Büchelberger mussten liefern, und sie lieferten

    Zwei Sichtweisen auf die folgenden 40 Minuten gibt es: Die Büchelberger waren erstmals in dem Vergleich richtig gefordert, sie mussten nun liefern. Und sie lieferten und verdienten sich somit den Aufstieg. Die Meisenheimer dagegen bremste das eigene Tor irgendwie ein. Sie kamen nicht mehr in geregelten Ballbesitz, sie initiierten keine Chancen auf das zweite Tor, sie wirkten auf einen Schlag viel passiver, irgendwie hörten sie auf, an ihre eigene Stärke zu glauben und ihren Fußball zu spielen.

    So oder so, die Büchelberger nutzten ihr Oberwasser schnell zu Möglichkeiten, das 1:1 fiel nicht zufällig oder unerwartet. Aber trotzdem unnötig: Der eingewechselte Hasan Coskun drehte einen Freistoß flach außen um die Mauer herum ins kurze Eck (66.). Keine Frage, da stand die von Körner postierte Mauer, die eigentlich genau solche Abschlüsse vermeiden soll, nicht optimal. Die Büchelberger legten nach, stießen über ihre rechte Seite immer wieder durch, und sie hatten einen Torjoker. Coskun gelang mit seinen beiden weiteren Treffern (70., 81.) ein Hattrick – und das in einem der wichtigsten Spiele der Saison, nicht schlecht.

    Die Gastgeber gaben zu keinem Zeitpunkt auf, liefen immer wieder an, doch die Ideen und die Gefährlichkeit vor dem Kasten waren ihnen ausgegangen, die Fehlerquote war auch deutlich höher als vor dem 1:0. „Das ist der Fußball, du hast den entscheidenden Moment auf deiner Seite und kannst ihn nicht nutzen. Wir lieben alle den Fußball, in solchen Augenblicken kann er dann aber auch sehr hart sein“, sagte SGM-Trainer Jens Bohr und fügte an: „Ich kann mich nur wiederholen, wir haben eine starke Saison gespielt. Und diese Saisonleistung wird durch die zwei Niederlagen nicht geschmälert. Im Gegenteil. Die Jungs können stolz darauf sein, was sie losgetreten haben. Vor solch einer Kulisse spielen zu dürfen, ist etwas Tolles.“

    Knappe drei Wochen dürfen seine Fußballer nach der langen, um zwei Wochen verlängerten Spielzeit durchatmen, dann geht es bereits wieder mit der Vorbereitung los. „Und darauf freue ich mich jetzt schon. Es macht solch einen Spaß, so etwas mit den besten Kumpels und den vielen jungen Spielern zu erleben. Und wir wollen da weitermachen, schließlich können wir in dieser Konstellation noch jahrelang zusammenspielen“, sagte Hill, der mit 26 Jahren mittlerweile zur Abteilung Oldies bei der SGM gehört. Auch daran wird deutlich: Die Aufstiegsspiele 2026 müssen für diese junge Mannschaft kein Abschluss ihrer Entwicklung gewesen sein. Am Beispiel Büchelberg zeigt sich, dass auch im Fußball aller guten Dinge drei sein können.

    SG Meisenheim/Desloch/Lauschied: Körner – H. Hautz (10. Fach), Mau. Lörsch, P. Mohr, Wurdel (65. Rodriguez) – Höft, Bock – Praß (77. Hill), Tiedtke (71. M. Schneider), Maurer – Giselbrecht (65. Poli).

     

     

    Bericht von Olaf Paare in der Rhein-Zeitung zur Klasseneinteilung

     

    Spannende Klasseneinteilung

    Fragezeichen hinter zukünftigen Kontrahenten der SGM

    Die Klasseneinteilung stand bisher nach den Aufstiegsspielen fest. Das ist ab 2026 anders, weil der Abstieg neu geordnet wurde und es deshalb zu einer Unwucht in den bisherigen Klassen kommen kann. Die Landesliga ist dafür ein gutes Beispiel.

    Die Landesliga-Zukunft der beiden Nachbarn SG Meisenheim/Desloch/Lauschied und FC Schmittweiler-Callbach stand auf der Kippe. Doch die Meisenheimer verpassten den Aufstieg und die Schmittweilerer schafften über ein Entscheidungsspiel mit Elfmeterschießen den Klassenverbleib. Das Derby wird es also auch in der Fußball-Saison 2026/27 geben. Doch wer werden die weiteren Gegner der beiden in der neuen Landesliga-Runde sein?

    Da der Abstieg erstmals nicht über die Klassenstränge, sondern über eine generelle Anzahl an Absteigern geregelt wurde, verfügt die bisherige Landesliga West (Vereine von der Nahe und aus der Westpfalz) über 17 Teams, die Landesliga Ost (Vereine aus Rheinhessen und aus der Vorderpfalz) über 15 Teams. Geplant sind aber zwei 16er-Klassen. Bedeutet: Wenn der Spielausschuss, der für die Klasseneinteilung zuständig ist, ein Jahr vor der großen Spielklassenreform – dann gibt es drei statt bisher zwei Landesligen – an der bisherigen Einteilungspraxis festhält, müsste ein Verein aus dem Westen in den Osten wechseln.

    Fährt der SV Kirchheimbolanden nach Mainz und Ludwigshafen?

    Kandidaten gibt es einige. Aufgrund der Autobahn-Anbindung und der zentralen Lage wäre beispielsweise der SV Kirchheimbolanden mit seinem Trainer Timo Riemer eine Möglichkeit. Doch auch der schon länger ins Rheinhessische blickende TuS Hackenheim wäre denkbar. Allerdings würden den Hackenheimern dann die lukrativen Derbys mit den anderen Kreisteams, allen voran mit Aufsteiger SG Weinsheim, wegbrechen. Von der Spielordnung gedeckt wäre auch eine komplette Neueinteilung, ausgerichtet beispielsweise an möglichst kurzen Anfahrtswegen. Doch diese Variante erscheint ein Jahr vor der großen Reform eher unwahrscheinlich.

    Vergleichbare Fragezeichen gibt es auch eine Klasse tiefer in der Bezirksliga. Nach aktuellem Stand gibt es in der bisherigen Bezirksliga Nahe eine Unterdeckung von zwei Teams. Heißt: Zwei Vereine aus Rheinhessen oder der Westpfalz werden in Zukunft an die Nahe reisen müssen, wenn sie um Bezirksliga-Punkte spielen.

     

     

    Bericht in der Rhein-Zeitung zur Spielorganisation 

     

    Großereignis mühelos gestemmt

    Deslocher Preispolitik verblüfft die Gäste

    Wiesen gemäht, Autokorso bewältigt, 800 Essen herausgegeben – in Desloch wurde rund um das Aufstiegsspiel zur Verbandsliga einiges auf die Beine gestellt.

    Wenn selbst der Vorsitzende als Parkplatzeinweiser fungiert, dann ist ein Fußball-Großkampftag angesagt. 1200 Zuschauer begrüßte die SG Meisenheim/Desloch/Lauschied zum Aufstiegsduell mit dem SV Büchelberg. „Wir bringen ja ein bisschen Erfahrung mit, trotzdem ist das Ganze immer wieder eine Herausforderung“, erklärte Oliver Kallenbach, der Vorsitzende des TuS Desloch, der vor dem Spiel half, die Fahrzeuge optimal auf drei Parkplätze zu verteilen.

    „Da ist ja ein richtiger Autokorso angerollt, den wir nur bewältigen konnten, weil wir die Wiesen rund um den Sportplatz nutzen konnten. Dank an die Bauern, die auch extra noch gemäht haben“, erklärte Kallenbach, der sich einmal mehr auch auf seine Helferschar verlassen konnte. „Das kulinarische Angebot haben wir etwas zurückgefahren, zum Beispiel auf Pommes verzichtet, und das war die richtige Entscheidung. Insgesamt haben wir 800 Essen herausgegeben“, berichtete Kallenbach. Neben dem Sportheim gab es noch zwei weitere Verkaufsstände rund um den Platz verteilt.

    Aufstiegsspiele gibt es auch nach der Reform

    „Der Samstagstermin und das optimale Wetter haben dazu beigetragen, dass so viele Menschen kamen“, erklärte der Vorsitzende und berichtete: „Ich bin nach dem Spiel nie weiter als fünf Meter gekommen, so viele alte Bekannte habe ich getroffen, manche hatte ich schon Jahre nicht mehr gesehen.“

    Die Aufstiegsspiele also als Anziehungspunkt. Unter den Zuschauern durften auch der Kreisvorsitzende und zahlreiche Kollegen aus dem Kreisvorstand nicht fehlen. „Diese Spiele sind Feiertage für die Vereine. Und darüber freuen wir uns natürlich als Kreisvorstand“, erklärte Thomas Dubravsky. Der Fußball-Kreisvorsitzende betonte, dass es auch nach der großen Spielklassenreform im Jahr 2027 weiter Aufstiegsrunden geben wird. „Auch mit der Möglichkeit auf ein drittes Spiel. Diesen Modus halte ich immer noch für den besten. Dann bleibt es im zweiten Spiel definitiv spannend“, erklärte Dubravsky.

    Zurück zu den Deslochern: Kallenbach freute sich nicht nur über die vielen Zuschauer und den guten Ablauf. Er lobte auch den Kontrahenten. „Die Büchelberger waren alle total nett. Sie haben dazu beigetragen, dass es ein harmonisches Fußballfest wurde.“ Mit einem Schmunzeln nahm Kallenbach die Verwunderung der Südpfälzer über die Deslocher Preispolitik zur Kenntnis. „Drei Euro für eine Bratwurst oder 2,50 Euro fürs Bier sind die Vereine aus der Pfalz oder auch aus Mainz nicht gewohnt. Das stellen wir immer wieder fest. Aber wir als Verein versuchen, das Ganze eben noch so erschwinglich wie möglich für unsere Zuschauer zu halten“, erklärte Kallenbach. Es hatte Stimmen gegeben, zu überlegen, die Preise am Samstag denen beim Hinspiel in Büchelberg anzupassen. „Aber das kam für uns nicht infrage. Wir sollten da bei uns bleiben“, sagte Kallenbach. Auch deshalb ist Desloch so beliebt.