Hinspiel Relegation Verbandsliga

Leider 1:2 verloren
Artikel vom 29. Mai 2026
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Bericht in der Rhein-Zeitung
Sportanlage SV Büchelberg auf Google Maps
Vorbericht von Olaf Paare in der Rheinzeitung vom 31.05.2026
Spielt die SG Meisenheim in der nächsten Saison in der Super-Verbandsliga gegen die Bad Kreuznacher Eintracht, den SC Idar, die SG Hüffelsheim und den VfR Baumholder? Diese Frage wird in den nächsten Tagen in der Aufstiegsrunde beantwortet.
Die SG Meisenheim/Desloch/Lauschied hat mit dem zweiten Platz in der West-Staffel der Fußball-Landesliga mehr erreicht, als sich der Verein und die Mannschaft vor der Saison erträumt hatten. Die nun folgende Aufstiegsrunde zur Verbandsliga ist somit ein Bonbon, ein Bonus, ein Erlebnis für Spieler, Trainer und Anhänger. Los geht es am Dienstag um 19 Uhr mit dem Auswärtsspiel beim SV Büchelberg.
„Natürlich kribbelt es vor solch einem Spiel. Das ist auch gut so“, sagt SGM-Trainer Jens Bohr. Er bestach die gesamte Saison über durch seine ruhige und souveräne Herangehensweise. Auch als sein Team mit zwei Super-Serien durchstartete, hielt Bohr den Ball flach. „So ticke ich auch weiterhin, ich muss ja auch nicht auf dem Platz stehen“, sagt er ganz nüchtern und ergänzt: „Zudem halte ich es für wichtig, dass wir uns als Team treu bleiben. Wir setzen auch in diesen Partien auf unser Spiel, konzentrieren uns auf unsere Stärken.“ Die liegen seit vielen Jahren im Umkehrspiel, mit vielen schnellen Akteuren haben die Meisenheimer die perfekten Spieler dafür.
Turbulenzen beim Gegner
Doch am Dienstag könnte es in Sachen Personal schwierig werden. Aufgrund von Bauarbeiten am Platz mit Flutlicht muss die Partie auf einem Spielfeld ohne Lichtunterstützung ausgetragen werden. Und deshalb ist ein Spielbeginn um 19 Uhr unumgänglich. Leon Bock, als umtriebiger Sechser ein unumstrittener Leistungsträger, dürfte es aus beruflichen Gründen kaum pünktlich zum Anpfiff packen. Hinter Moritz Wurdel, ab Montag aus beruflichen Gründen in Holland, steht ein noch größeres Fragezeichen. Und Alex Tiedtke muss aus privaten Gründen passen. „Keine Frage, das sind drei wichtige Spieler, aber wir haben es die ganze Saison so gehalten, dass nur die Spieler zählen, die beim Anpfiff auf dem Platz stehen. Und ihnen gilt dann meine komplette Konzentration“, sagt Bohr. Immerhin: Die Routiniers Maurizio Lörsch und Marc-André Schneider sind wieder im Training.So ruhig sich die Meisenheimer seit ihrem Abschlussspiel in Bundenthal auf die Aufstiegsrunde vorbereitet haben, so turbulent geht es beim Kontrahenten zu. Der ambitionierte und aufstiegswillige SV Büchelberg musste in ein Entscheidungsspiel um die Landesliga-Meisterschaft, unterlag in Speyer dem VfR Grünstadt auf unglückliche Art und Weise mit 2:4 nach Verlängerung. Es begann direkt eine Diskussion um Trainer Kevin Apfel, dem die frühe Auswechslung des zweifachen Torschützen Jonah Eckert angelastet wurde. „Das alles darf für uns keine Rolle spielen. Die Büchelberger haben so viel Erfahrung. Da ist es unerheblich, wer das Team coacht“, sagt Bohr, der sich das Entscheidungsspiel in Speyer angeschaut hat und somit frische Erkenntnisse gewinnen konnte.
Bohr stand selbst auch schon einmal als Spieler von Eintracht Bad Kreuznach gegen den SV Geinsheim in der Aufstiegsrunde zur Verbandsliga und weiß, wie sich das Ganze anfühlt. „Das ist ein Riesen-Erlebnis, das meine Spieler einfach genießen sollen“, sagt der Coach.

SG Meisenheim verliert
Hills Ecken-Coup kommt zu spät und ist zu wenig
Ein verschossener Elfmeter, eine ungenutzte Überzahl und ein verunsicherter Gegner – für die SG Meisenheim/Desloch/Lauschied war mehr drin im ersten Aufstiegsspiel zur Verbandsliga, das in Büchelberg mit 1:2 verloren wurde.
Die SG Meisenheim/Desloch/Lauschied ist im Kampf um den Aufstieg in die Fußball-Verbandsliga unnötigerweise ins Hintertreffen geraten. Beim 1:2 (0:1) im ersten Vergleich an der französischen Grenze vergaben die Meisenheimer eine bessere Ausgangsposition.
„Ich fand, wir waren die stärkere Mannschaft“, urteilte SGM-Routinier Maurizio Lörsch und erntete keinen Widerspruch. Er gehörte gemeinsam mit Pascal Mohr und Marc-André Schneider zu den drei Spielern, die schon vor sieben Jahren in die Verbandsliga aufgestiegen waren und an denen sich die meist jüngeren Mitspieler orientieren können. Zu denen zählt auch Mika Maurer, der zu Beginn in der hinteren Fünferkette agierte. „Wir haben uns defensiv aufgestellt, weil wir von den Büchelbergern sehr viel Schwung erwartet haben. Der blieb aber aus, deshalb haben wir früh umgestellt“, analysierte SGM-Trainer Jens Bohr.
Büchelberger Torwart macht unsicheren Eindruck
Maurer wechselte nach vorne, hinten bildete sich nun eine Viererkette. „Spätestens danach hatten wir die besseren Chancen“, erkannte Lörsch. In der Tat wirbelte Maurer vorne kräftig, doch er vergab einmal, und Nico Praß donnerte den Ball zweimal über den Kasten. Dabei wäre ein Abschluss Richtung Torwart erfolgversprechend gewesen. Der Büchelberger Schlussmann Malcolm Little machte einen unsicheren Eindruck, vor allem mit dem Fuß. Zudem fiel er durch Provokationen auf, die ihm in Hälfte zwei eine Gelbe Karte einbrachten. Die hielt ihn aber nicht davon ab, anschließend weiter gegen die Meisenheimer Anhänger zu sticheln.
Schon früh lagen die Gastgeber vorne. In der 17. Minute hatten die Meisenheimer bei einer Büchelberger Ballstafette mehrfach die Möglichkeit zu klären, allen voran Schneider, doch das Leder blieb über zahlreiche Stationen in den Reihen der Hausherren, die schließlich über ihre rechte Seite zum Flanken kamen. Hendrik Hautz fälschte das Leder ab, der Ball flog direkt zu Jonah Eckert, der per Kopf traf. Eckert, eines der wenigen Büchelberger Eigengewächse, spielte bis vor wenigen Wochen noch in der zweiten Mannschaft, rückte dann auf und trifft nun in der ersten Garde nach Belieben.
Dachse Desloch geben den Ton an
Im unglücklich verlorenen Entscheidungsspiel gegen den VfR Grünstadt war er zweimal erfolgreich gewesen. Seine frühe Auswechslung hatte viele verwundert und ein Beben in Büchelberg ausgelöst. Vor dem Entscheidungsspiel wurde der bisherige Trainer Kevin Apfel samt seines Assistenten freigestellt, nur der spielende Co-Trainer Lars Oeßwein ist übrig geblieben, von außen coacht in den Duellen mit den Meisenheimern ein Vorstandsmitglied. Die große Aufbruchstimmung war aber trotzdem nicht zu spüren auf der schmucken Sportanlage. Gefühlt waren die Meisenheimer Fans unter den 600 Zuschauern in der Überzahl, stimmungsmäßig gab der SGM-Fanclub Dachse Desloch auf jeden Fall den Ton an. „Kompliment und Dankeschön an diese tollen Fans, die uns an einem Dienstagabend trotz der großen Anreise unterstützt haben“, sagte Lörsch.
Nach der Pause schalteten die Meisenheimer weiter hoch, gefährlich waren sie über die Flügel, doch das Tempo von Laurenz Fach nutzte die SGM viel zu selten. Ein Ruck ging mit der Einwechslung von Leon Bock durchs Team. Der Mittelfeld-Tausendsassa spielt die Runde seines Lebens, kam aber aus beruflichen Gründen zu spät nach Büchelberg. „Mit seiner Dynamik kann er einiges bewegen“, bestätigte Bohr. Mit seiner ersten Aktion erkämpfte Bock in einer Pressingsituation den Ball. Nutznießer Fach konnte nur durch ein Foul von Bernhard Benneter gestoppt werden – Elfmeter (59.). Fach schnappte sich das Leder, Maurer kam auf ihn zu, beide besprachen sich, und es blieb dabei, der gefoulte Spieler machte sich bereit. Aber da war doch etwas. In der Tat: Das ungeschriebene Fußballgesetz, dass der gefoulte Spieler nicht antreten soll, bestätigte sich einmal mehr. Fachs Strafstoß war schwach geschossen, Little hatte wenig Mühe, den Ball zu parieren.
So liefen die Meisenheimer dem Rückstand weiter hinterher. Eine Menge Ecken gab es, aber kaum Torgefahr. Ein Kopfball von Fach (77.) zischte über den Kasten, ansonsten fehlten oft Genauigkeit und Zielstrebigkeit im letzten Drittel. „Wir sind nicht so gut in die Außenpositionen gekommen, Mika Maurer hat sich auch ein bisschen versteckt, hätte aus meiner Sicht mehr Aktionen initiieren können. Aber das ist jetzt Jammern auf hohem Niveau. Wir haben trotz der Niederlage ein richtig gutes Spiel gemacht“, bilanzierte Bohr.
In der Schlussphase wurde es dann noch richtig turbulent. Nach einem Fehler im Spielaufbau konterten sich die Gastgeber zum 2:0 (84.). Wieder fruchtete eine Flanke von rechts, wieder kassierten die Meisenheimer einen Kopfballtreffer, erzielt von Yannick Schneider. Vier Minuten später spielte die SGM eine Ecke per kurzem Doppelpass aus. Benny Hill auf Fach und zurück. Hill schnippelte den Ball vom Strafraumeck Richtung langem Pfosten, und am nicht reagierenden Little vorbei flog das Spielgerät in die Maschen.
Die avisierte Aufholjagd wurde noch durch eine Zeitstrafe für Eckert (90.) befeuert, zudem gab es eine Rote Karte gegen die Bank der Gastgeber. Doch es blieb dabei, Torgefahr strahlten die Gäste zu wenig aus, um den Ausgleich zu erzwingen. Bedeutet: Im Rückspiel am Samstag um 15 Uhr in Desloch muss ein Sieg her, um ein drittes Spiel zu erreichen. „Es ist erst Halbzeit, ein 1:0 reicht am Samstag“, sagte Bohr. Und Lörsch ergänzte trotzig: „Wir haben einen Sieg gegen diesen Gegner definitiv im Tank.“
SG Meisenheim/Desloch/Lauschied: Körner – Rodriguez (80. L. Bindig), P. Mohr, Maurer, Mau. Lörsch (80. Poli), H. Hautz – Schneider (58. Bock), Höft – Fach, Praß (72. Hill) – Giselbrecht.
Liveticker von Stefan Wurdel auf FuPa.net






